Überlegen Sie sich mal, was Sie wollen, dass die Leute an Ihrem Grab über Sie sagen…

Überlegen Sie sich mal, was Sie wollen, dass die Leute an Ihrem Grab über Sie sagen…

Ganz ehrlich, als ich diesen Satz hörte, dachte ich erst, der Mann hat sie nicht mehr alle. Dies ist nun etwa ein Vierteljahrhundert her, ich war Mitte Zwanzig und hatte keine große Lust, mich mit dem Tag zu beschäftigen, wenn ich mit der Kiste in die Grube fahre. Doch zum Glück ist mir bei einem zweiten Nachdenken noch ziemlich schnell ein Licht aufgegangen: der Dozent, der uns Studenten mit dieser Aufgabe in die Semesterferien geschickt hat, fragte in Wirklichkeit nach unseren Lebenszielen und den Werten, nach denen wir unser restliches Leben ausrichten wollten. Was die Leute an unserem Grab über uns sagen, entscheidet sich schließlich lange vor dem Tag X.

Burnout und die Frage(n) nach dem Sinn

Vielleicht fragen Sie sich gerade, warum ich in einem Blog, in dem es primär um Stress und Burnout geht, dies erzähle. Ganz einfach: weil in den allermeisten Umfragen, die unter Direktbetroffenenen durchgeführt werden, der Verlust des Gefühls für den Sinn des Lebens im Allgemeinen und den Sinn der eigenen Arbeit an der Spitze Risikofaktoren genannt wird!
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es kaum einen effektiveren Schutz vor dem berüchtigten Burnout-Syndrom gibt, als den, das eigene Leben als Ganzes sowie die Arbeit als zentralen Aspekt des Lebens als sinnhaft zu erleben.

Keine leichte Aufgabe – aber eine, die sich lohnt

Die Suche nach dem Sinn des eigenen Daseins ist sicher keine Übung, die man mal so nebenbei macht. Mir persönlich hat dabei die Aufgabe des Dozenten sehr geholfen. Einige Zeit später habe ich tatsächlich meine Grabrede aufgeschrieben, die ich auch heute noch regelmäßig durchlese. Nicht weil ich lebensmüde wäre, sondern um einen Kompass zu haben, nach denen ich meine Alltagsentscheidungen ausrichte. Andere schreiben eine Laudatio auf ihren 80sten, 90sten oder 100sten Geburtstag und wieder andere malen ein Bild. Immer aber geht es darum, das Leben vom Ende her zu betrachten, um Klarheit zu erhalten, wie die Entscheidungen gestaltet sein müssen, um dahin zu kommen, wo man hin will.

Markus Frey
stressfrey(ät)gmail.com

 

PS Herzliche Einladung zu meinem Gratis-Webinar vom 7. März 2013: „Sinn, Werte, Ziele – und was das mit Stress (und Burnout) zu tun hat.

2012-10-31T06:30:56+01:00 Allgemein, Burnout, Denken|0 Kommentare

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