Über Markus Frey

Es war der 17. April 1988. Ostermontag. Im Greenwich Park warteten fast 30.000 Läuferinnen und Läufer auf den Startschuss zum London-Marathon – darunter ein 26-jähriger Sprachstudent aus Brighton, der seit Jahresbeginn fast 2.000 Kilometer trainiert hatte und unter 2:40 Stunden laufen wollte.

Nach elf Meilen war es vorbei. Kurz nach der Halbmarathon-Marke musste er einsehen, dass ein Weiterlaufen seine Gesundheit gefährdet hätte. Er stieg aus. Fuhr zurück nach Brighton. War tagelang kaum ansprechbar.

Dieser Läufer war ich.

Was mich damals so tief getroffen hat, war nicht das Scheitern selbst. Es war mein Umgang damit. Die Ratschläge, die mich erreichten, gingen fast alle in dieselbe Richtung: Setz dir keine so hohen Ziele, dann kannst du auch nicht so tief fallen. Das klang plausibel. Aber es stimmte nicht – zumindest nicht für mich. Denn ich merkte schnell: Weniger zu wollen als möglich wäre, hätte mich mehr belastet als ein verpasstes Ziel. Viel mehr.

Was ich wirklich lernen musste, war etwas anderes: gesünder, produktiver und vor allem resilienter mit Niederlagen umzugehen. Nicht nur im Sport.

Das war der erste Wendepunkt.

Den zweiten erlebte ich einige Jahre früher – im Studium. Ein Dozent stellte uns kurz vor den Semesterferien eine ungewöhnliche Aufgabe: „Überlegen Sie sich, was Sie wollen, dass die Leute an Ihrem Grab über Sie sagen.“

Ich war Mitte 20, topfit und wenig interessiert daran, mich mit dem Tag zu beschäftigen, an dem mein Bett einen Deckel bekommt. Doch schon bald verstand ich, worum es wirklich ging – nicht um den Tod, sondern um all die Tage davor. Was die Menschen am Grab über einen Menschen sagen, orientiert sich an dem Sinn, den sein Leben hatte, und an den Werten, an denen er sich ausgerichtet hat.

Diese Erkenntnis hat mich nicht mehr losgelassen.

Heute – mehr als 30 Jahre später – arbeite ich als Mentor und Coach mit Hochleistern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Menschen, die viel investieren, viel erreichen wollen – und die dabei nicht ausbrennen, sondern dauerhaft auf der Höhe ihrer Möglichkeiten bleiben wollen.

Was ich ihnen mitgebe, ist keine schnelle Technik und kein oberflächliches Stressmanagement. Es ist eine Methode, die ich selbst durchlebt, an mir selbst entwickelt und in über 30 Jahren mit hunderten von Menschen erprobt habe: die SmartPlus-Methode – die Verbindung von klaren Zielen mit dem persönlichen Werte-, Ziel- und Sinn-Bewusstsein als Fundament echter Resilienz.

Was das konkret bedeutet, hat mir einmal eine junge Berufsreiterin gezeigt, wenige Monate vor ihrer Meisterprüfung. Ich bat sie, sich im Geiste 50 Jahre in die Zukunft zu beamen – zur Feier ihres 50-jährigen Meisterprüfungs-Jubiläums – und eine Laudatio auf sich selbst zu schreiben. Was sie da gerne hören würde.

Einige Wochen später sagte sie: „Herr Frey, ich bewege mich jetzt ganz anders im Stall, anders auf dem Abreitplatz, anders beim Wettkampf. Ich habe ein ganz neues Selbst-Bewusstsein gewonnen.“

Das ist es, worum es geht.

 

Hochleister – eine kurze Einordnung

Für wen genau ist diese Arbeit gedacht – und was macht einen Hochleister aus?

Wenn ich von Hochleistern spreche, meine ich nicht einfach Menschen, die viel arbeiten oder viel erreichen.

Ich meine Menschen, die bewusst gestalten wollen.
Die nicht nur reagieren, sondern entscheiden.
Und die bereit sind, Verantwortung für die Wirkung ihres Handelns zu übernehmen.

Viele von ihnen funktionieren nach außen sehr gut.
Aber innerlich fehlt oft etwas Entscheidendes:
Fokus. Klarheit. Richtung.

 

Mehr als Resilienz

In den letzten Jahren ist viel über Resilienz gesprochen worden.

Das ist wichtig – aber aus meiner Sicht nicht ausreichend.

Denn es reicht nicht, Belastungen besser auszuhalten.
Entscheidend ist, unter anspruchsvollen Bedingungen bewusst zu handeln.

Oder anders gesagt:

Es geht nicht darum, mehr Druck zu ertragen.
Es geht darum, mit Klarheit die richtigen Entscheidungen zu treffen – und sie konsequent umzusetzen.

Ich bin seit fast 30 Jahren Seite an Seite mit meiner Frau unterwegs, bin Vater von zwei erwachsenen Kindern und seit über 30 Jahren überzeugt: Spitzenenergie ist keine Frage des Alters, der Position oder der äußeren Umstände. Sie ist eine Frage der inneren Klarheit.

Spitzenenergie… auch morgen noch.

Markus Frey