Close up of golf ball on greenAls ehemaliger Langstreckenläufer und heute begeisterter Rennradfahrer bin ich ja ein Ausdauersportler durch und durch. Doch im vergangenen Sommer wurde ich zu einer kleinen Schnupperveranstaltung im Golf eingeladen und spielte da die allerersten Golfschläge meines Lebens. Neben dem Respekt für den hochkomplexen Bewegungslablauf habe ich vor allem eines gelernt: nichts ist so entscheidend, wie die absolute Konzentration auf das Ziel, auf das, worauf es wirklich ankommt. Wer es nicht schafft, beim Schlag oder Put jegliche Ablenkung auszuschalten, wird in diesem Sport definitiv keine großen Erfolge erleben.

 

 

Fokus, Fokus, Fokus

Natürlich ist die Fähigkeit zur Fokussierung, einer der zentralen Aspekte in jeder Sportart, das bekommt jeder Sportler schon in der Jugend eingetrichtert. Doch obwohl dies alle wissen, geht auch nichts so oft schief, wie gerade die Anforderung, in jeder Situation das Ziel im Auge zu behalten. Vor allem, wenn Athleten aufeinander treffen, die grundsätzlich im gleichen Leistungsbereich zu Hause sind, ist es in aller Regel die Fähigkeit in jedem Augenblick den Fokus zu behalten, die den Wettkampf entscheidet.

 

Fokusverluste

Ich habe dies inner- und außerhalb des Sports unzählige Male beobachten können. Doch zwei Ereignisse bei der Fußball-WM 2006 sind mir besonders stark im Gedächtnis haften geblieben. Zunächst das Achtelfinale Schweiz – Ukraine in Köln. Nach einem furchtbar schlechten Spiel kam es zum Elfmeterschießen. Nachdem die drei Schweizer Streller, Barnetta und Cabanas allesamt verschossen, die Ukrainer aber drei von vier Schüssen im Tor unterbrachten, war dieses schnell entschieden. Doch was ich damals nur schwer verstehen konnte, war die Aussage von Marco Streller (damals beim 1. FC Köln unter Vertrag), der sich durch „Poldi, Poldi“-Rufe gestört fühlte. So etwas darf man als Leistungssportler sozusagen gar nicht (oder höchstens ganz von ferne) hören. Wenn doch, dann muss in Zukunft an dieser Stelle mit mentalem Training gegengesteuert werden.
Ein noch deutlich berühmteres Beispiel wurde der sportinteressierten Weltöffentlichkeit knapp zwei Wochen später in der 110. Minute des WM-Finales vorgeführt. Nachdem sie sich schon das ganze Spiel über beharkt haben, ließ sich der französische Kapitän Zinedine Zidane zu einem Kopfstoß gegen seinen Gegenspieler Marco Materazzi hinreißen und flog im Anschluss mit Rot vom Platz.

 

Verständnis ja… letztlich aber uninteressant

Klar kann man Verständnis haben, wenn man mal durch irgendwelche Ablenkungen den Fokus verliert. Nur, es hilft nichts. Jeder Sportler muss sich bewusst sein, dass Ablenkungen sowohl im Training als auch im Wettkampf dazugehören. Es ist eben Teil der Aufgabe als Spitzensportler, solchen Ablenkungen die eigene Fähigkeit zur Fokussierung entgegenzusetzen. Und auch hier gilt: nur selten reicht das dafür vorhandene Talent aus, es muss, wie alles im Leben, konsequent trainiert werden.

Dass du auch heute dein Ziel im Auge behältst, wünscht dir,
dein Markus Frey, Mental-Coach, Köln

frey(at)stressfrey.de
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