Young and SuccessfulEs war zum Ende des 19. Jahrhunderts als ein französischer Apotheker die Feststellung gemacht hat, dass es für die Genesung eines Patienten sehr bedeutungsvoll war, mit welchen Worten er die Medikamente übergab. Wenn er beispielsweise sagte „Mit diesen Tabletten werden Sie ganz sicher schnell gesund“ wurden die Patienten tatsächlich schneller gesund.

Weil Emile Coué, so hieß der Apotheker, nun absolut kein Mann war, der „aus dem hohlen Bauch“ irgendwelche Behauptungen aufstellte, hat er viele weitere Untersuchungen und Tests gemacht. Mit der Zeit hat er ein wissenschaftlich fundiertes System entwickelt, mit dem sich erfolgreich ungesunde Gedanken umstrukturieren und neue Selbstgespräche einüben ließen.

 

Einfacher Grundsatz

Der grundlegende Erkenntnis der Autosuggestionen ist uralt und auch sehr simpel. Sie lässt sich in einem berühmten Zitat des Philosophen auf dem Kaiserthron des Römischen Reiches, Marc Aurel, zusammenfassen:

 

Über die Dauer der Zeit nimmt die Seele
die Farbe der Gedanken an!

 

Das bedeutet in der Konsequenz, dass wir unsere Gefühlswelt nachhaltig verändern können, wenn wir es schaffen, unsere Gedankenwelt umzustrukturieren. Und genau dafür hat uns Emile Coué mit den Autosuggestionen ein wirksames Werkzeug geschaffen.

 

Bestätigung durch Hirnforschung – die vier-Wochen-Schwelle

In jüngerer Zeit wurde die Wirksamkeit von Autosuggestionen auch durch die Hirnforschung bestätigt. Bisher konnte zwar noch nicht präzise nachgewiesen werden, wie die Autosuggestionen genau funktionieren, durch die bildgebenden Verfahren kann man jedoch sehen, welche Hirnareale aktiviert werden, wenn wir uns entsprechend selbst beeinflussen.

Für die Praxis ist insbesondere die Erkenntnis interessant, dass man nach ungefähr vier Wochen des täglichen Übens eine Art Schwelle zu überschreiten scheint, nach der sich eine neue Denkgewohnheit so weit verfestigt hat, dass sie sozusagen bereits ein Teil der eigenen Persönlichkeit geworden ist. Nach dieser vier-Wochen-Schwelle wurde im Gehirn sozusagen eine neue „Bahn“ geschaffen und die Gefahr eines Rückfalls in alte Denkmuster hat sich bereits deutlich reduziert.

 

Neues Denken im Stressmanagement

Wir wissen ja schon seit geraumer Zeit, dass die Stresshormonproduktion im Wesentlichen durch unsere Gedanken beeinflusst wird. Wenn wir unsere Gedankenwelt, die Art, wie wir bestimmte Ereignisse bewerten, verändern können, dann können wir auch unser ganzes Stresserleben verändern. Von daher versteht es sich von selbst, dass Autosuggestionen eine äußerst wirksame Maßnahme für ein effektives Stressmanagement sind. In meinem Buch „Den Stress im Griff“ habe ich ein entsprechendes Beispiel aufgeführt (S. 109).

Markus Frey, Life-Coach
frey(at)stressfrey.de

 

PS Eine besondere Form von Autosuggestionen sind die sogenannten „Phantasiereisen“, die hauptsächlich als Entspannungsmethode ihren Einsatz finden oder auch als „emotionaler Schutzschild“ gegen innere Verletzungen. Meine Kolleginnen Stella Damm und Czanik aus Wien haben dazu ein wunderbares Video produziert, das Sie auch auf Youtube finden:

http://www.youtube.com/watch?v=wyKRxQC8woA