Dass Bewegungsarmut ein großes gesundheitliches Problem ist, weiß heute jeder - auch die körperlichen Folgen sind den meisten bekannt. Weit weniger gilt das für einen anderen Zusammenhang: Bewegungsarmut untergräbt auch Ihre Fähigkeit, souverän und gelassen mit den Belastungen Ihres Alltags umzugehen. Gerade für Menschen mit hoher Verantwortung ist das ein unterschätztes Problem. Wer den ganzen Tag sitzt, unter kognitiver Dauerlast steht und den Kopf abends nicht abschaltet, verschenkt mit dem Verzicht auf Bewegung den effektivsten Hebel zum Stressabbau, den es gibt.

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Stressabbau durch Bewegung – der effektivste Hebel

Stressabbau durch Bewegung ist der wirksamste Weg überhaupt, um einen überhöhten Stresshormonspiegel wieder zu senken. Der Körper ist darauf ausgelegt, auf Belastung mit Handlung zu reagieren – mit Kampf oder Flucht, also mit Bewegung. In einem Arbeitsalltag, der fast ausschließlich im Sitzen stattfindet, bleibt genau diese natürliche Entladung aus. Die Anspannung staut sich, statt sich aufzulösen.

Besonders wirkungsvoll ist moderater Ausdauersport: Joggen, Rad fahren, Nordic Walking. Nichts davon verlangt Höchstleistung. Im Gegenteil – es geht ganz einfach darum, dem Körper regelmäßig die Bewegung zu geben, für die er gemacht ist. Der spürbare Effekt ist doppelt: Sie kommen nicht nur besser mit Belastung zurecht, Sie fühlen sich insgesamt wacher und energiereicher.

 

Kein Leistungssport nötig – Regelmäßigkeit schlägt Intensität

Hier liegt die vielleicht wichtigste Entlastung, gerade für Hochleister, die dazu neigen, auch den Sport zum nächsten Optimierungsprojekt zu machen: Sie müssen dafür nicht zum Wettkampfsportler werden. Der entscheidende Punkt ist nicht die Intensität, sondern die Regelmäßigkeit.

Nicht alle paar Wochen trainieren wie ein Weltmeister – und sich dann tagelang erhoeln müssen -, sondern dreimal pro Woche eine entspannte halbe Stunde. Das ist völlig ausreichend, um den Unterschied zu spüren. Für Menschen mit vollem Kalender ist das eine gute Nachricht: es geht um die verlässliche Wiederholung, den Gedanken an den großen Kraftakt können Sie getrost entsorgen. Drei ruhige Einheiten, die tatsächlich stattfinden, schlagen den ambitionierten Trainingsplan, der nach zwei Wochen im Terminchaos versandet.

 

Bewegung in den Alltag einbauen

Ein erheblicher Teil der nötigen Bewegung lässt sich ganz ohne zusätzlichen Zeiteinsatz in den Alltag integrieren – und genau das ist für zeitknappe Hochleister oft der realistischere Weg als ein weiterer fixer Termin.

In unserer Familie gilt zum Beispiel der Grundsatz, dass im eigenen und in den angrenzenden Stadtteilen alles zu Fuß, mit dem Fahrrad oder allenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigt wird. Auch der konsequente Verzicht auf Aufzüge summiert sich über den Tag. Oder Sie steigen auf dem Weg zur Arbeit morgens eine Haltestelle früher aus und abends eine später ein – schon haben Sie zweimal täglich einen kurzen Fußweg, der Sie nur ein minimales Zeitinvestment kostet.

Solche kleinen Bewegungseinheiten über den Tag verteilt haben noch einen zweiten Nutzen, den Wissensarbeiter oft unterschätzen: Bewegung schärft das Denken. Nicht nur mir persönlich kommen die besten Einfälle häufig nicht am Schreibtisch, sondern unterwegs. Diese Erfahrung machen Viele. Wer ein schwieriges Problem mit sich trägt, sollte es öfter einmal mit auf einen Gang nehmen – oder das nächste Telefonat im Gehen führen statt im Sitzen.

 

Den inneren Schweinehund überlisten

Natürlich ist es nicht immer leicht, den berühmten inneren Schweinehund zu überwinden. Doch mit ein paar Kniffen gelingt auch das.

Besonders wirksam ist es, sich konkrete, machbare Ziele aufzuschreiben und eine Person zu bitten, Sie regelmäßig daran zu erinnern. Diese Form der Verbindlichkeit gegenüber einem anderen Menschen wirkt oft stärker als jeder gute Vorsatz. Auch ein Schrittzähler oder eine Fitness-Uhr kann helfen – die Technik ist heute ausgereift und liefert verlässliche Rückmeldung. Nur sollten Sie sich nicht in Daten verlieren: Das Gerät ist Hilfsmittel, nicht Selbstzweck.

Und nach meiner Erfahrung am allerbesten: Verabreden Sie sich mit ein paar Gleichgesinnten. Dann macht die Bewegung gleich mehr Freude, und das Gemeinschaftserlebnis verstärkt den Schutz gegen die negativen Auswirkungen von Stress zusätzlich. Wer weiß, dass um sieben Uhr jemand wartet, findet sehr viel seltener eine Ausrede.

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Stressabbau durch Bewegung - und Spitzenenergie

Was auch immer Sie sich vornehmen: Setzen Sie es in die Tat um. Sie werden nicht "nur" besser mit Stress umgehen können, sondern sich schon bald insgesamt viel energiereicher fühlen. Stressabbau durch Bewegung ist deshalb kein isolierter Gesundheitstipp, sondern ein tragender Baustein Ihres Körper-Bewusstseins - und damit Ihrer Fähigkeit, dauerhaft leistungsfähig zu bleiben.

Denn genau darum geht es: nicht um kurzfristige Spitzen, die Sie am nächsten Tag ausgelaugt zurücklassen, sondern um Spitzenenergie, die auch morgen noch trägt.

Markus Frey