Selbstgespräche – Stressproduzent oder Stresskiller?

Selbstgespräche – Stressproduzent oder Stresskiller?

Eines der großen Missverständnisse zum Thema Stress ist, dass viele Menschen davon ausgehen, dass bestimmte Ereignisse mehr oder weniger automatisch Stress auslösen. Tatsächlich ist das aber nur in sehr, sehr wenigen Fällen so, z.B. bei Lebensgefahr. Der entscheidende Faktor sitzt in den obersten 10 Zentimetern unseres Körpers, dem Gehirn.

 

Selbstgespräche und eine entscheidende Frage

Dort, genauer in der Großhirnrinde laufen u.a. auch unsere Selbstgespräche ab. Damit meine ich nicht das kauzige vor sich Hinbrabbeln eines selbstvergessenen Menschen, sondern die gedankliche Bewertung jeder Situation mit der wir im Laufe unseres Lebens konfrontiert sind. Manchmal sind wir auch zu Entscheidungen herausgefordert, wozu die persönliche Bewertung eine mehr oder weniger verlässliche Grundlage liefern soll Und fast immer ist mit der Bewertung auch die Frage verbunden: „Kann ich mit meinen Ressourcen an Intelligenz, Zeit, Geld, physischer und psychischer Belastbarkeit diese Herausforderung bewältigen oder nicht?

 

Selbstgespräche lösen die Produktion von Stresshormonen aus
– und/oder bauen sie auch wieder ab

Das Selbstgespräch aus dem Zusammenspiel der Bewertung der Situation und der erwähnten Frage ist entscheidend… wenn es darum geht, wie groß die Portion an Stresshormonen ist, die im Wesentlichen einen halben Meter unterhalb Ihres Gehirns, in der Nebenniere, ausgeschüttet wird. Im weiteren Verlauf Ihres Stresserlebens entscheiden die Selbstgespräche auch darüber, ob die Stresshormonproduktion immer und immer wieder angeschmissen wird oder ob sich Ihr Stresshormonspiegel mehr oder weniger schnell wieder abbaut. All dies hat dann auch große Auswirkungen auf Ihre Gesundheit Ihre Selbstgespräche sind also ganz entscheidend beteiligt, wenn es darum geht, ob Sie stressbedingte Gesundheitsprobleme (vom Bluthochdruck über Kopf-, Magen und Rückenschmerzen bis hin zum berüchtigten Burnout-Syndrom) entwickeln. Achten Sie also auf Ihre Selbstgespräche. Wenn Sie das tun, haben Sie den bedeutendsten Mosaikstein für ein wirksames Stressmanagement gesetzt.

Markus Frey
stressfrey(ät)gmail.com

 

PS Dem Thema „Selbstgespräche und Sprache“ ist  auch ein zentrales Kapitel im Hörbuch „Mit Stress zur Spitzenleistung“ gewidmet.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar