Burnoutprävention – gemeinsam funktioniert es am besten

Burnoutprävention – gemeinsam funktioniert es am besten

Burnout ist ein vielschichtiges Geschehen. Erklärungen, die nur eine Ursache herausstellen, greifen meistens zu kurz. Noch sehr viel weniger hilfreich sind Diskussionen à la „Wer Burnout hat, ist selbst schuld“ oder eben auch „Der Arbeitgeber / Die Wirtschaft  / Die Globalisierung ist schuld.“ Eine wirksame Burnoutprävention erfordert ein Umdenken aller Beteiligten.

 

Betroffene sind Opfer und Täter zugleich

Ein Betroffener ist sozusagen immer „Opfer“ und „Täter“ zugleich. „Opfer“ ist er, weil es nicht wegzuleugnen ist, dass viele äußere Faktoren einen Burnout sehr wohl mehr oder weniger stark begünstigen können. Dies geht von lang anhaltenden, hohen Arbeitsbelastungen über fehlende Wertschätzung bis hin zum unsäglichen Mobbing. Es ist wirklich kein Wunder, dass in manchen Berufsgruppen jeder vierte bis jeder dritte Berufstätige von Burnout betroffen ist.
Täter ist er, weil all diese Faktoren erst dann zu einem Burnout führen, wenn sie vom Betroffenen in einer bestimmten, ungünstigen Weise, und das auch noch über einen längeren Zeitraum, bewertet werden.

 

Konzertierte Aktion der Burnoutprävention notwendig

Wenn unter diesen Voraussetzungen ein Unternehmen wirklich ernst machen will mit der Burnout-Prävention, dann ist das letztendlich nur mit einer Art von „konzertierte Aktion“ zu schaffen. Es muss einerseits durch alle Ebenen eine Firmenkultur gefördert und gelebt werden. Sie soll zwar Leistungsanforderungen klar benennen, aber gleichzeitig von einer grundsätzlichen Wertschätzung (keine Chance dem Mobbing!) gegenüber allen Mitarbeitern geprägt sein. Übrigens sind dies Faktoren, die auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Betriebsergebnis haben.

Und der einzelne Mitarbeiter muss sich andererseits ebenso um einen Denk-, Lebens- und Arbeitsstil bemühen, der seine körperliche und geistige Gesundheit unterstützt. Das ist leider sehr oft nicht der Fall. Viele Menschen reduzieren durch eben ihren real existierenden Denk-, Arbeits- und Lebensstil ihre Belastungsfähigkeit stetig wie die Zahlen zur Volksgesundheit immer wieder zeigen.

 

Der Weg ist lang, aber lohnenswert

Das alles ist schnell dahin geschrieben, ich weiß. Und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass vieles von dem, was ich angetönt habe, alles andere als einfach ist. Trotzdem kommen wir nicht umhin, diesen Wahrheiten ins Auge zu sehen und uns gemeinsam(!) für eine gesündere und auch leistungsförderlichere Zukunft zu engagieren. zum Wohl jedes einzelnen, aber auch zum Wohl der Familien, der Betriebe, Organisationen und allen größeren und kleineren Zellen des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens.

Markus Frey, Life-Coach, Köln
info(at)stressfrey.de

 

PS Am Dienstag, 15. Februar 2011 halte ich einen kostenfreien interaktiven Vortrag zum Thema „Burnout – (k)ein Schicksal der Besten?!“. Weitere Informationen finden Sie hier

2018-10-22T11:09:13+02:00 Burnout|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Markus Väth 14. Februar 2011 um 10:59 Uhr- Antworten

    Hallo Herr Frey,
    es ist sicher richtig, das Problem Burnout von beiden Seiten anzugehen: vom Individuum und vom Unternehmen her. Dennoch sträube ich mich ein wenig gegen die Polarisierung "Opfer – "Täter". Da wären wir gleich beim Drama-Dreieck, und wer sollte dann der "Retter" sein: der externe Berater? Der ist nur solange Retter, bis er dem Opfer oder Täter missfällt und selbstzum "Täter wird. 
    P.S. Sie wissen ja, dass Burnout eins meiner Kernthemen ist. Aus diesem Grund erlaube ich mir, auf meinen Fachartikel zum "Strukutrellen Burnout" zu verweisen (PDF): http://mensch-chance.de/downloads/Artikel_managerSeminare_SB.pdf
    Herzliche Grüße und viel Erfolg bei Ihrem heutigen Vortrag.

    • mafre 14. Februar 2011 um 11:30 Uhr- Antworten

      Hallo Herr Väth,
      zunächst einmal ist mir ganz wichtig festzuhalten, dass ein Psychotherapeut, Arzt Coach, Berater oder wer auch immer einem Burnout-Betroffenen zur Seite steht nie(!) „Retter“ sein kann, sondern immer nur „Rettungs-Unterstützer“ um in der Begrifflichkeit zu bleiben. Der „Retter“ ist immer(!) der Betroffene selbst, diese Arbeit kann ihm auch keiner abnehmen.
      Bei meiner Verwendung der Begriffe von „Opfer“ und „Täter“ ging es mir lediglich darum, darzustellen, dass es äußere (Stress-)Faktoren gibt, die mich potentiell zum „Opfer“ machen können. Aber eben nur dann, wenn ich gleichzeitig als „Täter“ diese äußeren Faktoren in einer bestimmten Weise bewerte. Oder etwas nüchterner ausgedrückt: es geht sowohl bei Stress im Allgemeinen als auch bei Burnout im Speziellen immer um eine Wechselwirkung von äußerem Geschehen und individueller Reaktion des Betroffenen.
      Markus Frey

      PS Mein kostenfreier Internetvortrag „Burnout (k)ein Schicksal der Besten?!“ findet erst morgen Dienstag, 15. Februar statt. Weitere Informationen erhalten Sie hier oder bei XING.

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