Chef-FalleVor allem unter dem Stichwort „Stress am Arbeitsplatz“ hat es in den letzten Jahren immer wieder Untersuchungen gegeben, die inkompetentes Führungsverhalten anprangerten. Nun stößt auch einer der bekanntesten Personalexperten Deutschlands ins gleiche Horn. Der schwäbische Unternehmer Jörg Knoblauch hat seinem Bestseller „Die Personalfalle“ nun „Die Chef-Falle“ folgen lassen.

 

Vielfältige Folgen

Doch die Schwächen der Chefs sorgen nicht „nur“ für schlechte Stimmung und sind wesentlich mitverantwortlich für ungesunden Stress im Job, Mobbing, Burnout etc.. Die Führungsdefizite, insbesondere auch die Defizite bei den sogenannten „weichen“ Kompetenzen („soft skills“), schaffen auch ganz harte, wirtschaftlich relevante, Fakten. Dazu gehören hohe Krankenstände, überdurchschnittliche Personalfluktuation und vor allem: die Unmöglichkeit, Top-Performer anzuziehen und zu halten, geschweige denn, in der Firma eine „A-Kultur“ zu etablieren. „Das Problem: Ich kann als Chef meine Mitarbeiter nur maximal dorthin bringen, wo ich selbst stehe.“

 

Es geht besser

Doch Knoblauch betreibt nicht einfach billige Kollegenschelte. Mit vielen Beispielen aus dem eigenen Unternehmerleben und seiner Beratungspraxis zeigt er, wie es besser gehen kann. Und er scheut sich auch nicht, die ganz große Vision zu formulieren. Die Vision eines „80-20-0“-Unternehmens. Das bedeutet, dass eine Firma 80% hochengagierte, leistungsstarke „A-Mitarbeiter“, noch etwa 20% durchschnittliche „B-Mitarbeiter“ und möglichst keine „C-Mitarbeiter“ mehr hat. Von letzteren sagte der langjährige Vorstandsvorsitzende von General Electric, Jack Welch, dass sie sogar für den Fall, dass sie gratis arbeiten würden, zu teuer seien).

 

Konsequent werteorientiert

Wie auch in seinen anderen Büchern, so vertritt Knoblauch mit „Die Chef-Falle“ einen konsequent sinn- und werteorientierten Ansatz. Er ist grundsätzlich vom hohen Potential eines jeden überzeugt, ebenso von seiner Entwicklungsfähigkeit. Die Frage, die sich allenfalls stellt, ist die, ob er am beruflichen Platz, an dem er sich gerade befindet, dieses Potential auch nutzbringend einsetzen kann. Die gegenseitige, wertschätzende Unterstützung von Chefs und Mitarbeitern, ihr je persönliches Potential einzusetzen, bringt nach seiner Überzeugung am Ende des Tages nicht nur der Firma ein Optimum an Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch eine maximale Zufriedenheit beim Einzelnen.

 

Fazit: Sehr empfehlenswert!

Dies alles und noch viel mehr macht das Buch zu einem wertvollen Buch. Man muss sicher nicht alle Ansichten von Jörg Knoblauch teilen, aber ich bin persönlich überzeugt davon, dass eine Wirtschaftswelt, die nach den in „Die Chef-Falle“ vorgestellten Prinzipien gestaltet ist, eine bessere Wirtschaftswelt ist. „Besser“ nicht nur im Sinne von „erfolgreicher“ (das auch), sondern ebenso im Sinne von „gesünder“. Ich kann es jedem Unternehmer und jeder Führungskraft uneingeschränkt empfehlen.

Markus Frey, Life-Coach
frey(at)stressfrey.de