Progressive Muskelentspannung

Mut zum Stress

Die Progressive Muskelentspannung ist eine Entspannungstechnik, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem amerikanischen Arzt und Physiologen Edmund Jacobson an der Harvard-Universität entwickelt wurde. Sie ist heute die wohl am meisten verbreitete Entspannungstechnik.

Nach 20jähriger Forschung hat Jacobson seine Ergebnisse 1929 in einem medizinischen Fachbuch veröffentlicht. Weitere fünf Jahre später hat er seine Erkenntnisse in dem Buch „You must relax“ auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht.

 

Zwei grundlegende Erkenntnisse Jacobsons

Technisch gesehen sind zwei Erkenntnisse Jacobsons grundlegend für seine Methode. Zunächst hat er entdeckt, dass Menschen, die unter Anspannung (z.B. durch psychische Unsicherheiten bzw. Angstzustände) stehen, stets einen erhöhten Muskeltonus haben, d.h. dass sich die Muskelfasern verkürzen. Damit wies er auch auf den Zusammenhang hin, der zwischen übermäßiger muskulöser Anspannung und unterschiedlichen körperlichen und psychischen Krankheiten besteht.

Die zweite grundlegende Erkenntnis ist, dass die meisten Menschen die Fähigkeit haben, den Unterschied zu erspüren, der zwischen der angespannten und in der Folge wieder gelockerten Muskulatur besteht. Dies machte sich Jacobson zunutze, indem er eine Methode entwickelte, die daraus besteht, dass der Anwender jeweils einen Muskel für etwa 7 bis 10 Sekunden anspannt und danach wieder entspannt. Die Wirksamkeit der so genannten Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson gilt als sehr gut belegt. Da sie darüber hinaus auch leicht erlernbar ist, ist sie sowohl für die klinische Praxis als auch für den Alltagsgebrauch als das geeignetste und wohl auch am weitesten verbreitete Entspannungsverfahren anzusehen.

 

Die Alltagstauglichkeit der progressiven Muskelentspannung

Die Alltagstauglichkeit der Methode war für Jacobson besonders wichtig und er wies darauf hin, dass es damit möglich war, nicht „nur“ eine hohe Wahrnehmungsfähigkeit für alles, was sich in jedem Augenblick des Lebens ereignet zu erlernen, sondern den Körper in jeder Alltagssituation gezielt entspannen zu können. Von daher legte er großen Wert darauf,  dass die Progressive Muskelentspannung nicht so sehr als Technik, denn als Lebensstil angewendet und gelehrt wird. Er betonte, dass schon die Anspannung von jedem selbst vorgenommen werde und folglich auch die Entspannung der Selbstverantwortung jedes einzelnen unterliege. Auf diesen zentralen, aber lange Zeit vergessenen Sachverhalt haben in jüngerer Zeit insbesondere Dr. Cornelia Löhmer und Rüdiger Standhardt hingewiesen.

 

Der Stress ist ein Top-Mitarbeiter. Er ist es aber nicht automatisch, wie wir schon gesehen haben. Er kann uns auch als „Flop-Mitarbeiter“ unsere Gesundheit ruinieren, das ist schon wahr. Wenn wir aber lernen, ihn zu führen und die neun bisherigen Punkte konsequent beachten, dann können wir den Stress eben auch als „Top-Mitarbeiter“ erleben, der uns hilft, unsere Kräfte zu bündeln, unsere Leistungsfähigkeit zu entwickeln und unsere Ziele zu erreichen.“Mut zum Stress“ heißt deshalb natürlich „Mut zur Herausforderung“. Wenn Sie, vielleicht durch unsere Produkte, die Seminare, Workshops etc., gelernt haben, wie Sie gesund und effektiv mit Ihrem „Mitarbeiter“, dem Stress, umgehen, dann dürfen Sie diesen Mut haben und Sie können mit Hans Selye, dem Vater, der Stressforschung, sagen: „Stress ist die Würze des Lebens!“

 

 

 

Buchempfehlung: Löhmer Cornelia / Standhardt, Rüdiger; Die Kunst, im Alltag zu entspannen, 2013