Dampf ablassen bringt es nicht

Dampf ablassen bringt es nicht

Wenn Menschen über irgendein Ereignis in Wut geraten, wird ihnen oft geraten, dass sie „Dampf ablassen“ sollten. Solch ein „reinigendes Gewitter“ würde „Druck aus dem Kessel“ nehmen, sehr hilfreich sein und sei allemal viel besser als alles in sich hineinzufressen. Der Rat ist so populär, wie er schlecht ist.

 

Vorstellung aus dem 19. Jahrhundert

Auch heute noch haben viele Menschen noch die Vorstellung, dass die Emotionen mit dem heißen Wasser vergleichbar sind, das in einem Dampfkessel blubbert. Eine Vorstellung, die noch im 19. Jahrhundert zu Hause und genauso überholt ist, wie die Vorstellung, dass die Sonne um die Erde kreist.

 

Ein Wutanfall befreit nicht von der Wut

Es ist schlicht Unsinn, wenn behauptet wird, dass ein Wutanfall von der Wut befreit. Und es stimmt auch nicht, dass ein vielfaches ‚darüber reden‘ ein emotional belastendes Ereignis leichter tragbar machen würde. Das Gegenteil ist richtig.

 

Die Emotionen werden immer wieder neu durchlebt

Mir sind in den vergangenen Jahren und auch schon zuvor viele Menschen begegnet, bei denen das Reden über ein belastendes Ereignis nur eines bewirkt. Das Ereignis wurde immer wieder neu durchlebt und damit auch die schlechten, belastenden Gefühle. Befreiendes konnte ich nirgends entdecken, dafür viel sich verfestigende Verbitterung.

 

Aussprechen ja, aber begrenzen Sie es

Die Alternative muss keineswegs sein „alles in sich hineinzufressen“. Das eine oder andere Gespräch kann durchaus hilfreich sein. Was nichts hilft, ist das immer wieder von neuem durchleben von negativen Emotionen. Begrenzen Sie also das Reden und fassen Sie möglichst schnell eine Entscheidung ins Auge, die das Vergangene hinter sich lässt und den Fokus auf die Zukunft richtet.

Fazit: Emotionen sind kein Dampfkochtopf

Noch nie hat irgendein Forscher einen Nachweis erbringen können, dass Wut, Tränen, Türen knallen und all die damit verbundenen Dinge eine psychische Entlastung für denjenigen bringen, der auf solche Weisen auf ein frustrierendes Ereignis reagiert. Was wirklich hilft, ist eine möglichst schnelle Analyse des Geschehenen, verbunden mit konkreten, auf die Zukunft gerichteten Entscheidungen. Sonst nichts.

Markus Frey, Life-Coach, Köln
info(ät)stressfrey.de

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2017-07-27T07:44:49+00:00 Juli 26th, 2017|Allgemein, Gesund im Stress|0 Kommentare

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