Autosuggestionen – warum sie trotzdem helfen!

Autosuggestionen – warum sie trotzdem helfen!

ThinkerImmer wieder höre ich den Einwand, dass Autosuggestionen nicht nur keinen Nutzen bringen, sondern sogar schaden würden. Wer sich immer wieder einrede, dass eine Situation gut werden würde ohne, dass sich was ändert, laufe große Gefahr, in einen Burnout oder gar eine Depressionsspirale zu geraten. Der Einwand ist zwar nicht ganz falsch, beruht aber auf einem Missverständnis. doch davon später.

 

Negative Gedanken sind für das Gehirn einfacher

Zunächst einmal: wir alle nutzen Tag für Tag, Stunde um Stunde eine Vielzahl von Autosuggestionen, auch wenn wir sie in der Regel nicht so nennen. In einer Art innerem Dialog bewerten wir jede Situation mit der wir im Tagesverlauf konfrontiert sind. Je nachdem, wie wir diesen inneren Dialog über die Jahre „trainiert“ haben, konzentrieren wir uns mehr auf die Gefahren und die Möglichkeiten des Scheiterns oder wir sehen eher die Chancen, die in der Situation liegen. Mit der Zeit automatisieren sich diese Gedankengänge zu einer Art „Autosuggestion“ (=Selbstbeeinflussung), womit wir unsere Persönlichkeit mehr prägen als durch irgendetwas sonst. Das Gemeine dabei: für unser Gehirn ist das Denken negativer Gedankengänge die leichtere Übung. Wollen wir positivere und auch produktivere Gedankenabläufe in unsere Persönlichkeit integrieren, müssen wir aktiv gegensteuern.

 

Für positive Gedanken müssen wir aktiv werden

Wir können nicht immer nur positiv denken, das zu glauben wäre absurd. Ab und zu flutscht wirklich jedem mal ein negativer Gedanke durch die Hirnwindungen. Aber dagegen, dass sie sich dort häuslich einrichten und andere hilfreichere Gedanken verdrängen, können wir sehr wohl was tun. Ein altes chinesisches Sprichwort drückt es so aus: „Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupte fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen.“ Und unter anderem um das zu verhindern, können Autosuggestionen eine große Hilfe sein. Durch die ständige Wiederholung schaffen wir uns buchstäblich neue „Bahnen“ im Gehirn, die uns so zu einem besseren, gesünderen Lebensgefühl und auch zu besserer Produktivität verhelfen können.

 

Das Missverständnis um die Autosuggestionen

Doch nun muss ich auch auf den eingangs erwähnten Einwand gegenüber den Autosuggestionen zurückkommen. Tatsächlich besteht durchaus eine Gefahr und zwar dann, wenn man dem Missverständnis aufsitzt, dass Autosuggestionen die alleinige Lösung aller Probleme beinhalten. Sie sind aber nicht der Hauptbestandteil, sondern lediglich eine Zutat, wenn es darum geht, ein erfolgreicheres und/oder gesünderes Leben zu führen. Ihre volle Wirksamkeit entfalten sie erst dann, wenn sie einhergehen mit klaren Entscheidungen und Handlungen, die aus diesen Entscheidungen hervorgehen und die mit den Autosuggestionen unterstützt werden. Und ja, wenn mit den Autosuggestionen keine entsprechenden Entscheidungen und Handlungen einhergehen, können sie tatsächlich schaden.

Es verhält sich in etwa wie mit dem Verhältnis von Benzin, Motor und Gaspedal bei unserem liebsten Kind, dem Auto. Der Motor sind unsere Ziele und Visionen, das Gaspedal steht sinnbildlich für das, was wir tatsächlich tun, was wir umsetzen. Das Benzin wäre in diesem Fall, das, was wir den ganzen Tag so denken. Nur im Zusammenspiel aller Komponenten können wir ein produktives und erfüllendes Leben führen. Wenn der Motor nicht gut gewartet ist, bleiben wir ebenso auf der Strecke, wie wenn wir immer darauf warten, dass ein anderer das Gaspedal bedient. Und dass bei schlechtem Benzin der Wagen seine Leistungsfähigkeit ebenfalls nicht auf die Straße bringen kann, ist eine ebenfalls bekannte Tatsache.

 

Fazit: Autosuggestionen sind hilfreich – aber nur im Zusammenspiel mit Zielen, Entscheidungen und entsprechenden Handlungen

Autosuggestionen sind und bleiben äußerst hilfreiche und wirksame Tools, wenn es darum geht, unser Denken umzustrukturieren. Das ist in der Regel auch der entscheidende Faktor für ein wirkungsvolles Stressmanagement. Im Zusammenspiel mit Zielen, klaren Entscheidungen und Handlungen, die miteinander abgestimmt werden, haben sie tatsächlich ein großes Veränderungspotential. So sind sie eine großartige Unterstützung, um unsere Persönlichkeit in die gewünschte Richtung zu führen oder das, was schon vorhanden ist, entsprechend zu verstärken.

Markus Frey, Life-Coach, Köln
frey(at)stressfrey.de

 

PS Im #Seminar „Spitzenenergie – auch morgen noch“ lernen Sie unter anderem auch, wie Sie Autosuggestionen richtig einsetzen, so dass Sie ein wirkungsvolleres Stressmanagement und eine höhere Lebensqualität erreichen.

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2014-08-13T06:05:10+00:00 August 13th, 2014|Allgemein, Denken|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Günter Heini 14. August 2014 um 5:23 Uhr- Antworten

    Guter Artikel! Das kann ich so bestätigen. Autosuggestionen müssen durch nachfolgende Handlungen bestätigt werden. Dann aber können Sie enorme Kräfte freisetzen, sodass wir sprichwörtlich Berge versetzen können.

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